Inhalt
News
Archiv 2012
Archiv 2011
Archiv 2010
Archiv 2009
Archiv 2008
Archiv 2007
Archiv 2006
Archiv 2005
Archiv 2004
Archiv 2003
Oschersleben 10/2003
A1 Ring 08/2003
Salzburgring 08/2003
Nürburgring 07/2003
Hockenheim 06/2003
Oschersleben 05/2003
Nürburgring 05/2003
16.11.2003
30.09.2003
25.09.2003
16.09.2003
Fotos
Presseservice
Sponsoring
Impressum

Oschersleben 10/2003

Der Alfa Cup Sieger 2003 heißt Marc Hennerici

Welch` eine Rennsaison, welch` ein Sieger. Marc Hennerici drückte der Saison 2003 im Alfa-147-Cup seinen Stempel auf und sicherte sich mit vier Rennsiegen, drei Pole- Positions und dem Gewinn der Junior-Wertung diesen bedeutenden Nationalen Cup.


Als der 21-jährige Volkswirtschaftsstudent mit dem mo-we-ko Team, welches ihn sponsort und managed am Motorpark in Oschersleben eintraf, ging sein Blick zurück zu den ersten Tests am gleichen Ort, die er im April 2003 dort absolviert hatte. Sowohl damals als auch heute wehte ein eisiger Wind. Wettermäßig betrachtet, also die gleiche Situation, rennsportlich gesehen ein Unterschied wie Tag und Nacht: War Hennerici noch im April 2003 quasi aus dem Nichts - finanzielle Engpässe hatten ihn zurückgeworfen - in den Alfa Cup eingestiegen, kam er nun zu dieser wunderschönen Rennstrecke in der Nähe von Magdeburg als Tabellenführer mit einem beruhigenden Dreißig-Punkte-Vorsprung. Eigentlich konnte ihm nur noch sein schärfster Konkurrent Reinhard Huber sowie mit Abstrichen der ehemalige V-8-Star Pilot Christian Hohenadel gefährlich werden. Gleichwohl war die Anspannung ungeheuer groß, war doch das Ziel eines nationalen Tourenwagentitels in greifbarer Nähe.


Daß Hennerici ein außergewöhnliches fahrerisches Talent besitzt, stellte er erneut im Zeittraining eindrucksvoll unter Beweis. Obwohl er als Führender der Tabelle 60 Kilo Zusatzgewicht an Bord hatte, fuhr er mit 1:45,824 Minuten souverän die Pole-Position heraus und distanzierte seine Verfolger deutlich.

Mit Zuversicht ging der junge Mayener Rennfahrer, deutsch-brasilianischer Herkunft, daher in das erste Rennen am Samstag, den 11.10.2003. Allerdings war er sich bewußt, daß sein Rivale Reinhard Huber ebenfalls aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen und alles unternehmen würde, die Situation zu seinen Gunsten zu wenden. Trotz dieser prekären Situation konnte Hennerici ein fehlerfreies Rennen absolvieren, hielt er sich doch aus allen im Tourenwagensport üblichen Zweikämpfen heraus. Diese überließ er seinen Konkurrenten Huber und Stahl, die sich mehrfach berührten. "Zwar liegt es mir nicht, mit angezogener Handbremse zu fahren, doch denke ich, daß bei der gegebenen Situation auch ein Vierter Platz nahezu optimal ist" kommentierte das Rennsporttalent seine gute Platzierung im Ziel. Hennerici wußte, daß er nunmehr in das Saisonfinale am Sonntag mit einem Vorsprung von immer noch 27 Punkten gehen würde. Entscheidend war für ihn im ersten Rennen aber gewesen, nicht auszufallen, um sich die Teilnahme am Schlußrennen zu sichern.


Daß die eingeschlagene Renntaktik des ersten Rennens richtig gewesen war, zeigte sich sodann am Sonntag bei strahlendem Wetter auf der gut besuchten Rennstrecke. Entsprechend dem Regelement - umgekehrte Startreihenfolge der ersten sechs Fahrer aus dem ersten Rennen - ging Marc Hennerici aus der zweiten Startreihe ins Rennen. Die Spannung der mo-we-ko-Crew in der Boxengasse ließ unerwartet schnell nach, als sein schärfster Konkurrent Reinhard Huber bereits in der ersten Kurve ausgangs der Zielgeraden in eine Kollision mit einem anderen Piloten verwickelt wurde und in die Box mußte. Auch aus weiteren Rennduellen hielt sich der junge Mayener Pilot mit hoher Rennintelligenz heraus. Den Rest des Rennens sicherte er seinen Stallgefährten Christoph Lampert, teilweise nach hinten ab, überholte ihn dann einmal wieder, um ihn jedoch gegen Schluß des Rennens erneut passieren zu lassen. Hennerici löste damit eine alte Dankesschuld für das faire Verhalten des jungen Österreichers während der gesamten Saison ein.


Groß war der Jubel bei der gesamten Engstler-Mannschaft sowie der mo-we-ko-Crew und den Zuschauern dann, als Hennerici hinter Sebastian Stahl und Christoph Lampert als Dritter ins Ziel fuhr. Sein Punktevorsprung betrug nun 47 Punkte! Im Park Ferme´ fiel er sodann zunächst mo-we-ko Geschäftsführer Dr. Koch um den Hals, den Hennerici später als den "Meistermacher" bezeichnete. Der nachfolgende Presserummel sowie das Hochlebenlassen des neuen Meisters gipfelte schließlich darin, daß Hennerici auf sein Meisterauto stieg und den Daumen zum Siegeszeichen erhob. Gleichwohl fiel allen Beteiligten auf, daß der junge Deutsch-Brasilianer trotz des großartigen Titelgewinns etwas insich gekehrt erschien. Hennerici erklärte dies später mit der normalen Erschöpfung einer langen Rennsaison, die bekanntermaßen auch Langstreckenläufern, wenn sie ins Ziel kommen, nicht unbekannt ist.


Auf der anschließenden sehr stilvollen Meisterfeier im Hotel, unmittelbar an der Rennstrecke, löste sich die Anspannung jedoch sehr schnell. Es wurde bei erstklassigem Essen, erlesenen Weinen und sehr guter Musik bis in die frühen Morgenstunden hinein gefeiert. In seiner Schlußrede zum Saisonfinale dankte Hennerici schließlich allen, die seinen Sieg möglich gemacht hatten und hob dabei außer mo-we-ko besonders die hochqualifizierten Mechaniker des Engstler-Teams sowie seinen rennsportlichen Chef Franz Engstler hervor. Hier schwangen in seiner Stimme große Zufriedenheit und Glück mit.

Am nächsten Tag war der junge Champion sowie die mo-we-ko-Crew jedoch gedanklich schon wieder bei der Zukunft, also der Rennsaison 2004. Alle diesbezüglichen Überlegungen sind auch abhängig von der Notwendigkeit möglichst potente Sponsoren zu finden. Hennerici: "Über regionale Unterstützung würde ich mich natürlich besonders freuen." Obwohl also über die Saison 2004 noch Ungewißheit herrscht, ist ein Ereignis bereits beschlossene Sache: Marc Hennerici startet auf einem BMW 320i beim Tourenwagenweltfinale in Macau, der Metropole die gegenüber von Hong Kong liegt. Der junge Mayener freut sich hier vor allem auf das Zusammentreffen mit den besten Tourenwagen-Piloten der Welt, wie Jörg und Dirk Müller, Andy Priaulx sowie Nicola Larini und Gabriele Tarquini. Marc Hennerici sieht dieser neuen Herausforderung erwartungsvoll, aber auch zuversichtlich entgegen: "Ich werde mein Bestes beim 50. Grand-Prix in Macau geben und bin Franz Engstler sowie mo-we-ko Motorsport Management, Koblenz, dankbar, daß sie mir diese Chance eröffnen."


26.06.2014 +++ 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2014 +++ Top-Ergebnis für Marc Hennerici