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Oschersleben 08/2005

Erneut kostete eine unverschuldete Kollision wichtige Punkte

Mit einem zweiten und sechsten Platz konnte Marc Hennerici die Führung in der vom Automobil-Weltverband FIA ausgeschriebenen Privatfahrerwertung zwar verteidigen, aber bei seinem „Heimspiel“ vor insgesamt 41.000 Zuschauern in der Motorsport Arena Oschersleben war durchaus mehr möglich.


Für die beiden Trainingssitzungen hatte das Team Wiechers Sport bereits eine gute Basis erarbeitet, denn man konnte auf Werte von Testfahrten Ende vergangenen Jahres an gleicher Stelle sowie einem kurzfristig anberaumten Test am 18. August auf dem Nürburgring zurückgreifen. Dabei wurde endlich auch das leidige Untersteuern des BMW 320i abgestellt, das Hennerici bei den letzten Läufen genervt hatte. Ein neues Differential hatte für Abhilfe gesorgt.


„Durch die intensive Abstimmungsarbeit bekam ich ein völlig neues Fahrgefühl. Auch die Balance des Autos war ausgewogen“, sagte Hennerici, der den Worten gleich Taten folgen ließ. Mit weniger als einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit war der 23-Jährige bester Privatfahrer. Im Qualifying fehlten ihm plötzlich die Schaltlampen im Cockpit und so musste Hennerici die Gänge nach Gehör und Gefühl einlegen. Trotzdem reichte es zur zweitbesten Zeit bei den Privatiers, nur 53 Tausendstelsekunden hinter Markenkollege Giuseppe Ciro aus Italien. „Das hat mindestens 3/10 Sekunden gekostet, denn insbesondere auf einer schnellen Runde sind die Schaltlampen sehr wichtig“, meinte der Mayener, der sich für Oschersleben drei Ziele vorgenommen hatte: Vor seinem direkten Verfolger Tom Coronel ins Ziel zu kommen, die Privatfahrerwertung zu gewinnen und einen Top-10-Platz anzustreben. Letzteres Vorhaben wurde schon durch den 19. Startplatz vereitelt.


Auch das erste der beiden Sprintrennen über je 14 Runden (51,338 km) verlief leider nicht ganz reibungslos. Bereits in der ersten Runde musste Hennerici mit einer Vollbremsung eine Kollision verhindern, weil sich zwei Konkurrenten vor ihm in die Quere kamen. Die Folge waren zwei Bremsplatten an der Vorderreifen. Zu allem Überfluss fuhr ihm der holländische Seat-Pilot Coronel wenig später auch noch ins Heck. Einen Dreher konnte der frühere Alfa-Cup-Gewinner zwar vermeiden, nicht aber den Platzverlust. Wenig später verbremste sich Coronel und Hennerici konnte ihn dabei in einem ebenso harten Manöver wieder überholen. „Das war ausgleichende Gerechtigkeit. Jetzt sind wir wieder quitt“, meinte Hennerici, dem es schwer fällt, sich der harten Gangart anzupassen. „Damit habe ich eigentlich kein Problem, aber mit der momentanen Tabellensituation kann ich mir auch keinen weiteren Ausfall erlauben“, sagte der BMW-Pilot der nur knapp drei Sekunden hinter Adriano de Micheli im Honda Accord den zweiten Platz bei den Privatiers belegte: „Ohne das Reifenproblem hätte ich sicher gewonnen.“

Vom 16. Startplatz ging Hennerici in das zweite Rennen und konnte mit einem perfekten Start gleich drei Plätze gewinnen. „Beim Einlenken in die erste Kurve ist mir de Micheli hinten rechts ins Heck gefahren, hat mich dadurch umgedreht und noch vor sich hergeschoben“, ärgerte sich der Volkswirtschaftsstudent, der wegen einer zertrümmerten Felge die Box aufsuchen musste. Damit war das Rennen eigentlich schon beendet, zumal auch die hintere rechte Spurstange verbogen war. Trotzdem fuhr der Youngster - „kein schönes Erlebnis“ - das Rennen zu Ende und rettete als Sechster bei den Privatiers noch drei WM-Punkte.

Hennerici hat nach 14 von 20 WM-Läufen in der mit 350.000 Euro Preisgeld dotierten „Independents-Trophy“ bei 73 Punkten noch acht Zähler Vorsprung auf Coronel (65), der den zweiten Lauf in der Privatfahrerwertung gewann und damit weiteren Boden gut machte. Allerdings ist der Vorsprung zum Drittplatzierten BMW-Piloten Carl Rosenblad (50) auf 23 Punkte angewachsen.

„Marc hat trotz der für ihn unvorhersehbaren Schwierigkeiten bewiesen, dass er ein Rennen diszipliniert zu Ende fahren kann. Wer weiß, vielleicht können die geretteten Punkte ja noch einmal sehr wichtig sein“, meinte Dr. Hugo Koch, Manager von mo-we-ko Motorsport Koblenz, und baute seinen Schützling damit zumindest moralisch wieder etwas auf.

„Wir haben den Aufwärtstrend von Spa in Oschersleben fortgesetzt, waren absolut konkurrenzfähig und sehen jetzt wieder Land. Die nächsten beiden Läufe in Istanbul sind für alle Neuland, deshalb mache ich mir auch in der Türkei Hoffnungen, die Führung in der Privatfahrerwertung zu verteidigen“, sagt Hennerici selbstbewusst.

Auch sein Markenkollege, BMW-Werksfahrer Dirk Müller konnte Oschersleben als Tabellenführer verlassen, allerdings ist der Vorsprung des Siegerländer nach einem vierten und sechsten Platz auf einen Punkt zusammengeschmolzen (69:68). Europameister Andy Priaulx war mit einem Sieg und einem zweiten Platz der Gewinner des Wochenendes. Held der Veranstaltung war aber zweifelsohne Alessandro Zanardi, der in Oschersleben Motorsportgeschichte schrieb. Der 38-jährige Italiener, der 2001 bei einem schweren Unfall auf dem EuroSpeedway Lausitz beide Beine aber nicht sein Leben verloren hatte, gewann als Behinderter erstmals ein internationales Tourenwagenrennen.

26.06.2014 +++ 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2014 +++ Top-Ergebnis für Marc Hennerici