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Valencia 10/05

15-Punkte-Polster vor Weltfinale in Macau

Trotz eines total verkorksten Wochenendes hatte Marc Hennerici Glück im Unglück: Der Vorsprung in der FIA-Privatfahrerwertung der Tourenwagen-WM schmolz zwar etwas, aber nicht so viel wie man nach dem zweitschlechtesten Abschneiden in dieser Saison hätte erwarten können.


Die WM-Läufe 17 und 18 wurden im spanischen Valencia ausgetragen, einer weiteren Strecke im Kalender, die Hennerici nicht kannte. Also wurde die 4,005 km lange Bahn mit dem Fahrrad erkundet. Trotzdem kam der Mayener im freien Training nicht auf Touren und beklagte das allgemein schlechte Gripniveau.


Auch die werksunterstützten BMW-Piloten waren alles andere als zufrieden, bekamen die Probleme aber im Verlauf des Wochenendes immer besser in den Griff. „Mir war vorher schon klar, dass wir wegen des Streckenlayouts Schwierigkeiten haben würden“, sagte Hennerici und dachte dabei nur daran, das Beste aus der Situation zu machen: „Wir haben hin- und hergebaut, aber letztendlich wurde nicht der Schritt in die gewünschte Richtung erzielt.“


Die Befürchtungen sollten sich dann auch im Qualifying bestätigen, denn die siebtschnellste Zeit bei den Privatiers war natürlich alles andere als ermutigend. Lediglich die Tatsache, dass einer seiner ärgsten Rivalen in der Tabelle, Markenkollege Giuseppe Ciro noch hinter ihm in der Startaufstellung stand, stimmte Hennerici optimistisch.

Nachdem der 23-Jährige auch im Warm up nicht mit dem Set up seines BMW 320i zufrieden war, wurde das Auto noch einmal - auf die bei der letzten Veranstaltung in Istanbul bewährte Abstimmung - umgebaut.

Ob sich das Lotteriespiel bei der Suche nach der richtigen Abstimmung positiv auswirken würde, konnte auch im ersten der beiden Sprintrennen über je 13 Runden noch nicht festgestellt werden. „Ich lag an sechster Stelle bei den Privaten und wollte zu Beginn der zweiten Runde innen an Michael Funke im Ford Focus vorbei. Beim Anbremsen von Turn 1 ist dann die vordere rechte Bremsscheibe gebrochen“, erklärte Hennerici sein vorzeitiges Ausscheiden: „Ich habe mich dann gedreht, dabei leider auch Funke getroffen und bin dann in ein Kiesbett geflogen.“

Trotz einer sehr schnellen Reparatur an der Box, wo die komplette vordere Radaufhängung gewechselt werden musste, schaffte es die Mannschaft von Wiechers Sport nicht, den BMW in der zur Verfügung stehenden kurzen Reparaturpause rechtzeitig fertig zu stellen, so dass Hennerici den zweiten Lauf aus der Box in Angriff nehmen musste. Da die Ampel am Boxenausgang erst sehr spät auf grün geschaltet wurde, entstand zwischen dem Ende des Feldes und Hennerici ein Abstand von fast 100 Metern.

Die Lücke konnte der frühere Alfa-Cup-Gewinner jedoch sehr schnell wieder schließen. „Die ersten Runden waren das Highlight des gesamten Wochenendes. Mit dem neuen Reifensatz konnte ich den erhofften Rennspeed fahren, was auch die Rundenzeiten belegten“, freute sich Hennerici, dessen Vorwärtsdrang aber erneut gestoppt wurde. Gaststarter Polo Villaamil aus Spanien wollte Hennerici offensichtlich blockieren. Der Volkswirtschaftsstudent ließ sich beim Kampf um Platz vier zu einer Attacke in Turn 14 verleiten, die von der Rennleitung prompt mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet wurde. Villaamil war in Valencia Teamkollege von Tom Coronel und hatte offensichtlich die Aufgabe, den Holländer der Zweiter hinter Hennerici in der Tabelle war, zu unterstützen.

„Ich habe einfach nicht die nötige Geduld aufgebracht und nur daran gedacht, möglichst wenige Punkte auf Coronel zu verlieren“, meinte Hennerici selbstkritisch: „Die Strafe ist zwar ok, aber ich bin bisher stets fair gefahren und deshalb auch nicht negativ aufgefallen. In der Vergangenheit ist in vergleichbaren Situationen nicht immer so gehandelt worden.“

Statt fünf Punkte für Rang vier gab es für Hennerici am Ende nur zwei Zähler für Platz sieben. Dabei hatte der Youngster noch Glück im Unglück. Auch Coronel blieb nach einer Kollision im ersten Lauf ohne Punkte und konnte auch im zweiten Rennen als Dritter nur vier Punkte auf Hennerici gut machen. Dadurch ist plötzlich der Italiener Giuseppe Ciro härtester Verfolger in der mit 350.000 Euro Preisgeld ausgestatteten „Independents-Trophy“. Nach 18 von 20 WM-Läufen hat Hennerici bei 102 Punkten noch 15 Zähler Vorsprung vor dem italienischen BMW-Piloten (87). Da beim Weltfinale in Macau doppelte Punkte vergeben werden, können sich neben Coronel (85) auch noch der Schwede Carl Rosenblad (BMW/78) und Markenkollege Stefano D’Aste (Italien/76) Hoffnungen auf den Titelgewinn machen.

„Letztendlich ist es trotz des schlechten Abschneidens viel besser gelaufen, als ich vorher erwartet hatte. In Macau müssen die anderen attackieren. Für mich ist es vor allem wichtig, dort das erste Rennen zu beenden. Zwei dritte, vielleicht sogar zwei vierte Plätze könnten schon reichen, das erhoffte Ziel zu erreichen“, meint Hennerici.

Auch Dr. Hugo Koch, Manager von mo-we-ko Motorsport Koblenz, der Marc Hennerici fördert und unterstützt, glaubt an seinen Schützling: „Die Tatsache, dass Marc an diesem Wochenende noch viel Glück im Unglück hatte, stimmt mich auch für Macau optimistisch. Es wäre natürlich sehr schade, wenn er ausgerechnet beim WM-Finale in der chinesischen Glücksspielmetropole erstmals die Tabellenführung verlieren würde.“

Das „Seat-Heimspiel“ auf der iberischen Halbinsel lockte insgesamt 52.000 Zuschauer an, die im ersten Rennen den Sieg von Lokalmatador Jordi Gene im neuen Leon bejubeln konnten. Den zweiten Lauf gewann BMW-Werksfahrer Jörg Müller. Sein Teamkollege und Namensvetter Dirk Müller übernahm wieder die Führung in der Gesamtwertung, hat bei 86 Punkten aber nur einen bzw. fünf Punkte Vorsprung gegenüber seinem Markenkollegen Andy Priaulx (England/85) und Alfa-Werksfahrer Fabrizio Giovanardi (Italien/81).

Druckfähige Fotos, weitere Berichte sowie alle Ergebnisse finden Sie auf der offiziellen Webseite www.marc-hennerici.de unter der Rubrik "Presseservice"

26.06.2014 +++ 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2014 +++ Top-Ergebnis für Marc Hennerici